Die glorreichen Vier

 
 
 
 
4 teilige ACP/BRM Brevetserie organisiert vom Radsportverein Sportverona unter der Leitung von Giorgio M. und Simonetta B.
 
Diese Serie eignet sich auch hervorragend als Qualifizierung für das berühmte Langstreckenbrevet Paris-Brest-Paris, da der Schwierigkeitsgrad auf ein für Breitensportler aller Gewichtsklassen machbares Level ausgelegt ist. Sprich: Die Angelegenheit bleibt weiterhin ein tolles Abenteuer für trainierte Radsportler, aber die zu bewältigen Höhenmeter wie man sie, von den extremen Randonnees in Norditalien kennt, bewegen sich hier in einem Rahmen, der nicht ausartet. 
 
 

Die glorreichen Vier (Sportverona)

  • Gardasee 200km 24/02/2019

     

    Februar 2019

    Ganz nach der Devise "erst mal flach und lang" stehen die ersten Brevets an, um für den Sommer und die Alpen wieder fit zu werden.

    Der Radsportverein Sportverona unter der Leitung von Giorgio M. und Simonetta B. organisieren 2019 vier nach Kilometern aufsteigende Brevets. 

     

     

    24/02/2019 Erstes Brevet 216km - 1300Höhenmeter

     

     

    Start von Montorio Veronese, einem Vorort von Verona. Die Strecke führt im Morgengrauen durch die Altstadt von Verona, bevor es durch die leeren Ebenen vor Verona nach Peschiera del Garda geht. Von Peschiera aus führt die Strecke im Uhrzeigersinn rund um den atemberaubenden Gardasee bis nach Bardolino. Hier verlässt man den See wieder und es geht über die hügelige Ortschaft Valpolicella wieder zurück nach Verona, wo ein kleiner 4km langer Anstieg(salitella delle Torricelli) wartet. Der "Gipfel" bietet eine tolle Aussicht über die weiten Ebenen und Hügellandschaften rund um Verona.

    Der Parcour beinhaltet keine besonderen Schwierigkeiten oder Höhenmeter und eignet sich hervorragend als Saisonseinstieg. Aufgrund seiner atemberaubenden Landschaften und der Streckenführung durch die vielen abgelegenen Nebenstraßen ist dieses Brevet ideal für Landschaftsgenießer, Anfänger, und Sportler die vor dem Frühling schon auf flachen Strecken das gemütliche Brevet-Radfahren genießen wollen. 

     

     

    Start um 06.00 Uhr. +300Sportler am Start. 

    Es ist noch finster und die ersten 40km ist ein Licht am Rennrad von Vorteil. Die ersten Kilometer führen durch die Altstadt von Verona. Atemberaubende Gebäude und Relikte aus der Römerzeit fliegen an mir vorbei. Am liebsten würde ich halt machen und die wunderbaren historischen Mauern genauer inspizieren. Leider fahren wir heute aber ein wichtiges Qualifizierungsbrevet und primär gilt zügig ohne zu hetzen ins Ziel zu kommen. Mit etwas Wehmut strample ich in einer Gruppe von 40-50 Radfahrern auf meinem Drahtesel durch das alte Stadttor und lasse Verona hinter mir. 

    Herr Shakespear behauptete einst, dass außerhalb der Mauern von Verona kein Leben sei. Während ich mich mit dem Rennrad von einer Gruppe von Verrückten in Renntempo mit über 35km/h über die leeren, kargen und trockenen Hügellandschaften ziehen lasse, denke ich zu begreifen, was er meinte. Und dann erkenne ich, dass hier doch Leben und fruchtbare schwarze Erde existiert. Nicht umsonst ist die Gegend um Verona berühmt für seinen Wein, Panettone und Spumante. Mir kommt dann der Gedanke, dass man den Worten eines Schauspielers vielleicht doch nicht immer allzu große Bedeutung schenken sollte. Meine philosophischen Gedankengänge finden ein jähes Ende als ich auf das Termometer am Radcomputer gucke. Die Realität hat mich wieder als ich erkenne, das kurz vor Sonnenaufgang die Temperaturmessung -4° Grad anzeigt.

     
     

     

    Und dann bei Km 60 geht endlich die Sonne auf. Die Temperaturen steigen und wir erreichen den Gardasee.

     

     

     

    Km 80: Erster Kontrollpunkt Bar Hotion . Direkt am See. Hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Die Schnellfahrer rasen sofort weiter und für die eingefleischten Randonneure geht es nun gemütlich um den See. 

     

     

    Großes Spektakel! Der Gardasee, die vielen Tunnel und das Panorama! Nach der Umrundung des Gardasees, verlassen wir bei Bardolino das Wasser um über die atemberaubenden Hügellandschaften von Valpolicella Verona zu erreichen. 

     

     

    Ausblick von der salitella delle Torricelli. Verona und Umgebung zu unseren Füßen. Momente und Eindrücke die bleiben.

     

     

    Nach 200km erreichen alle Teilnehmer gesund und wohlbehalten das Ziel. Manche kommen früher und andere später. Im Ziel bekommt jeder seinen finalen Stempel auf seiner Stempelkarte und kann sich gewiss sein: Ein erster angenehmer Schritt Richtung Paris-Brest-Paris ist getan. Zeitnehmung gibt es auch hier wie üblich bei Brevets keine. Bei der Pastaparty finden wir alte Bekannte und es gibt viel zu erzählen. Episoden über erlebtes und Geschichten über große Pläne. Zum Essen gibt es Pasta, Ravioli, Panetone, Orangen, Belegte Brote mit kalabrischer Salami und reichlich Wasser, Tee und Getrnke jeder Art. Es muss keiner verhungern und jeder kommt auf seine Kosten. Bella Italia lässt Grüßen! Das einfache Land der wahren Feinschmecker! Kultur beginnt eben nicht mit dem unwissenden Shakespear, sondern mit dem was sich der einfache Bürger ins Maul stopft. Und ich kann sagen, dass mir der Frass außerhalb Veronas wohl mundete. 

    Abschließende Bewertung:

    Landschaft Panorama: 8/10 
    Schwierigkeit Strecke:  2/10
    Schwierigkeit Klima: 3/10
    Organisation: 10/10
    Empfehlenswert: 8/10
    Einschreibegebühren:10/10
     
    Gesamtheitliche Bewertung: 8/ 10

     

    Abschließend: Super Brevet für jeden Breitensportler - Würde ich mir aus heutiger Sicht (24/02/2019) gern nochmal anschauen.

  • Flüsse und Seen 300km 23-24/03/2019

    Samstag 23/03/2019 

    Der Radsportclub Sportverona organisiert seinen

    Zweiten Akt:

    300km überwiegend flaches Brevet mit 1400Hm und Start um 23.00

     

    Thema der Veranstaltung

    Auf Radwegen einfach und ohne Stress entlang der Flüsse und Seen rund um Verona

     

    Dieses Brevet ist für einigermaßen geübte Brevetfahrer problemlos machbar. Die Knackpunkt bei diesem Brevet ist der Umstand, dass eine schlaflose Nacht auf dem Fahrrad zu meistern ist. 

    Streckenführung:

    Von Montorio Veronese, einem Vorort von Verona geht es zuerst durch Veronas Altstadt. Anschließend verlässt man über unproblematische Schotterpisten Verona und radelt über monotone Radwege durch die finstere Nacht nach Mantova.(km80) Von Mantova erreicht man immer über Radwege entlang des Flusses Mincio den Gardasee. (km120)  Entlang dem Gardasee geht es bis nach Torbole , wo der Fluß Sarca in den See mündet. Entlang des Sarca-Flusses führt der Radweg des Sarcatales zum See von Cavedine, dem nördlichsten Punkt des Parcours. Von hier aus geht es immer über Radpisten zur "Auffahrt" des Passo San Giovanni auf 270m Höhe, wo der zweite Kontrollpunkt wartet. (km220) Von hier aus geht es über den Radweg entlang des Radweges des Flusses Etsch enltang bis nach Verona. (km308)

    Head-Organisator Giorgio M. (rechts)

     

    Persönliche Bewertung des Brevets:

     
    Landschaft Panorama: 7/10 
    Schwierigkeit Strecke:  3/10
    Schwierigkeit Klima: 4/10
    Organisation: 10/10
    Empfehlenswert: 7/10
    Einschreibegebühren:10/10
     
    Gesamtheitliche subjektive Bewertung: 7,5/ 10
     

     

    Protokoll

    Nache einer unendlichen Autobahnfahrt erreichen wir gegen 8 Uhr am Abend den Vorort Montorio Veronese von Verona. Drei Stunden vor dem Start schon anzutreten, um die Brevetpapiere abzuholen, erschien mir anfangs doch ein wenig übertrieben. Dann stellte sich aber heraus, dass wir doch die gesamte Zeit brauchten. Ein Teller Nudel im nahegelegenem Restaurant, ein Plausch mit Bekannten und Freunden, und natürlich der übliche Eiertanz vor dem Start, lassen mich erkennen, dass wir dann doch locker 3 Stunden brauchten, bis wir alles gemütlich beisamen hatten. 

    Und dann endlich um 23:00 geht es auch schon Richtung Start. 

    340 abenteuerlustige Radsportler finden sich spät abends im Starterfeld wieder. 

    Die ersten Kilometer führen durch die Altstadt von Verona. Das Programm sieht ein Gruppenfoto vor Veronas Arena vor. 

    Gegen Mitternacht geht es in die kalten, finsteren und einsamen Radwege um Verona und Mantova. Es ist recht frisch um die 2-5° Grad Celsius und ich bin dankbar das es nicht regnet. Alles in allem ist die Atmosphere recht angenehm. Ich finde mich anfangs in einer gemütlichen Gruppe wieder, die mit gemäßigtem Tempo in die Nacht fährt. Genau mein Geschmack. Ich versuche immer, wenn irgendwie möglich, zu vermeiden in Gruppen zu fahren, in denen auf Teufel komm raus gerast wird. Aber jeder ist da anders, und  das passt so. Die ersten hundert Kilometer bis Mantova erweisen sich als angenehm und kraftsparend. Mantova ist gegen 2 Uhr morgens erreicht. Wiedermal muß ich mich über die schlechte Bildqualität meiner inzwischen zehn Jahre alten Fotokamera ärgern. Ich entscheide, dass ich eine neue Kamera benötige, wenn ich dieses Jahr im August oder September auf meinen Radreisen Urlaubsfotos machen möchte, die meinen Vorstellungen entsprechen.

     

    Inzwischen sind wir über die italienische Region Venetien nach Mantova in die Lombardei gelangt. In Mantova war ich schon einige Male und ich bin auch schon öfters bei Tag durch die Kulturhauptstadt Italiens vom Jahr 2016 geradelt. Mantova gefällt mir sehr. Vor allem Mantovas großer Markt und der imposante, ich glaube romanische Dom, haben bei mir bleibende Erinnerungen hinterlassen. Bei Nacht habe ich Mantova bisher noch nicht erlebt. Was ich aber heute Nacht vom Sattel aus erblicke, gefällt mir sehr. Die beleuchteten mittelalterlichen Stadtmauern spiegeln sich im Wassergraben um die Altstadt. Die engen von Nachtschwärmern belebten Gassen der Innenstadt lassen romantische Stimmung aufkommen. Als ich mich zur Stempelung begebe, erblicke ich gegenüber auf der anderen Straßenseite in einer Nebengasse ein nostalgisch anmutendes Abendlokal. Davor sitzen zwischen meterhohen Topfpflanzen und von Zierfackeln umgeben auf einem viel zu kleinen Tischchen an die acht oder neun sympatische Italiener/innen die alle qreuz und quer fröhlich und emotional mit den Händen fuchtelnd vor sich hingackern. Während ich meine Stempelkarte zusammenklappe und die lustige Truppe beobachte, kommt in mir das Gefühl auf, dass ich eigentlich auch wiedermal Lust hätte ein par Veneziani zu trinken. Ist ne Weile her....  Aber nicht heute. Vielleicht nächste Woche. Heute ist Brevettime. Da bleibt kein Platz für sinnloses Gequake und Alkohol. Nach der Stempelung geht es also weiter Richtung Garda. 80km sind auf dem Konto. Bis zum Garda fehlen ca. an die 50km. Sollte eigentlich in 2 Stunden probelmlos machbar sein. Wäre da nicht der Kampf mit der geistigen Müdigkeit. Jeder Brevetfahrer kennt das. Die Beine wollen, ja sie schmerzen nicht mal, aber die Augen fallen einfach zu. Und während ich den langweiligen ebenen Radweg vor mich hin pedaliere, umgeben von Finsternis und dem Kampf mit meinen zufallenden Augen, beschließe ich, dass es so nicht weitergehen kann. Ein kurzer Stop am Rand des Radweges verschafft Abhilfe. Seit kurzen habe ich ein neues Rezept gegen zufallende Augen bei kürzeren Randonnees während der Nacht entwickelt. Mein neues Geheimrezept ist nämlich Instantkaffee. Eine doppelte dreifache Portion Kaffee gemischt mit Zucker und etwas Isotonic-Pulver und vermischt mit 250ml kaltem Wasser kann kurzfristig selbst die müdeste Seele wieder zum Leben erwecken. Und so rettet mich gegen vier Uhr am Morgen mein neuer Zaubertrank vor einer kurzen Schlafpause. Ich denke bei kürzeren Langstrecken, die nicht über eine Nacht hinaus gehen, ist diese meine neue Lösung für mich durchaus akzeptabel. Bei längeren Strecken, wenn es aber ans Eingemachte geht und man mehrere Tage oder Wochen unterwegs ist, ist es aus meiner Sicht unumgänglich dafür zu sorgen, dass man regelmäßig schläft und konsistente, natürliche und abwechslungsreiche Mahlzeiten zu sich nimmt. Ich denke, dass hinsichtlich Langstrecken, was Essen und Schlafen angeht, früher oder später mit dem älter werden jede andere Methode dazu führt, dass der Körper eingeht und man sich auf Dauer schadet. Ohne Schlaf und gesundes Essen geht es im Alltag auch nicht. Warum sollte das anders sein, wenn man mehrere Tage mit dem Rad unterwegs ist. Nahrungsergänzungsmittel, Flüssignahrung oder Riegel halte ich für Blödsinn, der für mich nicht funktioniert. Wenn der Körper nicht mehr im Stande ist ein ordentliches Brot mit Speck und Käse während langen Ausfahrten zu verdauen, dann sollte man meiner Meinung nach, nicht die Beine trainieren, sondern den Magen. Aber wie gesagt, jeder hat seine Ansichten und Herangehensweisen die respektiert werden sollen und müssen. Ich denke, dass jeder das Recht hat seinen Standpunkt zu vertreten, aber man sollte sich stets daran erinnern, dass niemand perfekt ist oder das Recht hat andere und deren Methoden nieder zu machen. Meine Methoden und Ansichte funktionieren für mich im Radsport wie im Alltag, und ich bin mir bewusst, dass ich nicht für alle spreche. Diese Denkweise und Lebensphilosophie reicht mir aber im Radsport sowie im Alltag, um mich morgens stolz im Spiegel betrachten zu können und glücklich zu sein mit dem was ich sehe und anschließend unternehme, wenn ich die Haustür hinter mir in den Türrahmen knalle.

    Morgens gegen fünf erreichen wir endlich den Gardasee. So langsam wird es hell und neue aus dem Nichts kommende  Kräfte lassen die Gesamtdurchschnittsgeschwindigkeit wieder in akzeptable Bereiche steigen. 

    Mit dem Sonnenaufgang erwachen neue unbekannte Kräfte und ohne Frühstück geht es im Rennmodus Richtung Kontrollpunkt am Passo San Giovanni kurz vor der Ortschaft Mori. Ich bin immer wieder erstaunt, welche Kräfte in uns Normalsterblichen schlummern. 200km in den Beinen und von Müdigkeit keine Spur. Meine Strategie mich anfangs mit den moderaten Seelen gemütlich durch die Nacht zu plagen und dann bei Sonnenaufgang voll voraus mein Tempo zu gehen scheint auf zu gehen. Wiedermal erhalte ich die Bestätigung, dass meine Herangehensweise an diese kleineren Brevets nicht die allzu verkehrteste zu sein scheint.   

    Morgens am Kontrollpunkt verliehren wir nicht all zu viel Zeit. Die Müden Seelen lassen wir hinter uns. Voller Motivation und Tatendrang geht es Richtung Ziel. Fehlen ja nur mehr knabb hundert Kilometer. Wer bitte soll uns denn aufhalten.

    Wenn die Beine stimnen, alles glatt läuft und man sich nach dreihundert Kilometern durch die Nacht körperlich immer noch gut fühlt, dann ist es einfach für Außenstehende Beobachter den Helden zu spielen. Für mich als kleiner Perfektionist gilt jedoch.... der Teufel steckt nunmal im Detail. Und wenn ich mich nach diesem Brevet morgens beim Zähneputzen im Spiegel beobachte, dann kann ich mit Sicherheit feststellen: Vielleicht warst du besser als die meisten...... Aber nach oben bleibt noch viel viel Spielraum, sowohl technischer als auch praktischer Natur. 

    Gut gelaunt und wissend, dass die diesjährigen radsportlichen Ziele in eine langsam erreichbare Nähe rücken trapen wir am frühen Nachmittag mit unseren Rennrädern im Ziel ein. Ein kurzer Plausch mit dem Organisator und anderen Teilnehmern lassen erkennen: Diesmal wars noch einfach. Wer sich heut schon als Held darstellt hat vom Randonneurs Dasein in Norditalien wenig begriffen. 

    Zweiter Akt vollendet. 300km relativ flach. Atemberaubende Aussichten. Sportverona, definitiv nichts für Bergfahrer wie mich aber immerhin ideal für Ausdauerfahrten bevor die Saison im Hochgebirge beginnt. 

     

  • Valsugana 400km 13-14/04/2019

    Samstag 13. Mai 2019

    DerSportverein Sportverona organisiert seinen 3. Akt

    Ein 400km Brevet mit 3400 Höhenmetern 

     

    Die Strecke:

    Montorio - Colli Berici - Vicenza - Valsugana - Trento - Terlago - Arco - Nago - Sega Cavaion - Bardolino -  Sona - Sommacampagna - Verona - Montorio

     

    Persönliche Bewertung:

    Paesaggio Panorami: 7/10 
    Difficolta percorso:  4/10
    Difficolta climatiche: 5,5/10
    Organizzazione: 10/10
    Consigliabile: 7/10
    Costi d`iscrizione:10/10
     
    Valutazione cumulativa: 7,5/ 10
     
     
    Schöner Rundkurs mit tollem Panorama. Viel Ebene mit wenigen Anstiegen. Ideal für trainierte Radsportler, welche sich auf längere Radreisen oder Brevets einstimmen wollen. Die Strecke führt zu 90% über gut preparierte asphaltierte Radwege oder verlassene Landstraßen des Veneto und Trentino.   
     
     
     

    Fotoprotokoll:

    Üblicher Startort: Villa Guerrina in Montorio Veronese.  Die Strukturen von Villa Guerrina (link) werden von der Banco Popolare di Verona zur Verfügung gestellt. 

     
    Organisator Giorgio M. rechts

     

    Laut www.audaxitalia.it, der Onlineplattform für Italiens Randonneure sind 240 Radsportbegeisterte gemeldet. Auch der Athletic Club Meran ist mit 5 Randonneurs vertreten.

    Start um 17.00 Uhr

    Und sofort geht es in die flachen Hügellandschaften um Verona. 

    Anfangs wird wie meistens auf Teufel komm raus losgefahren. . 

    Die tolle Landschaft um Verona lassen die Zeit vergessen und es geht zügig voran.

    Nach zwei Stunden Hügellandschaft geht es durch die Altstadt von Vicenza. Die Piazza dei Signori hinterlässt tolle Eindrücke. 

    Erster Kontrollpunkt.

    Nachts geht es durch die Valsugana. Es ist kalt und regnet leicht. 

    Trento vom Monte Bondone aus. 

    Früh morgens passieren wir den Gardasee und erreichen auf dem Radweg Richtung Rovereto den dritten Kontrollpunkt. Die Nacht verlief ohne Probleme. Langsam aber sicher komme ich diese Saison auch auf den langen flachen Distanzen in Form. 

    Über den Radweg geht es nach Affi, an den Windmühlen vorbei, welche man von der Autobahn A22 aus in Richtung Süden sehen kann. Ich ärgere mich kurz über einige große Helden, welche galant und großräumig mehrere Kilometer des Brevets abkürzen, in dem sie über die Hauptstraßen nach Affi und später auch nach Verona fahren, anstatt den vorgesehenen und längeren Radweg zu benützen. 

    Einmal Affi erreicht, geht es über verwirrende Schleifen entlang dutzender Hügellandschaften nach Verona. Es scheint fast so, als ob die letzten Kilometer unnötig über Schleifen verlängert wurden, um die vierhundert Kilometer voll zu kriegen. Die letzten fünfzig Kilometer erweisen sich dank konstantem Gegenwind als schwierig. Am frühen Nachmittag erreichen wir über Verona`s Altstadt das Ziel in Montorio Veronese. Verona ist eine beeindruckende Stadt, die viel Geschichte und Kulturelles zu bieten hat. Wer etwas genauer hinsieht, der kann auch erkennen, dass Verona für eine dreihunderttausend Einwohnerstadt, auch ziemlich viele heruntergekommene Ecken und viel Armut zu bieten hat. Öffentliche Fortbewegungsmittel, Infrastrukturen und der Hauptbahnhof lassen vor allem Nachts stark zu wünschen übrig und machen auf mich einen heruntergekommenen und verwahrlosten Eindruck. (persönlicher Eindruck Frühjahr 2019). Abgesehen vom guten Essen und beeindruckenden Bauwerken, spricht mich Verona nicht wirklich an. 

    Nach etwa 21 Stunden ist das Ziel in Montorio Veronese erreicht. 400km und plus 3000Hm. Nach der Dusche gibt es eine kleine Pastaparty und leckere lokale Spezialitäten. In lustiger und angenehmer Runde klingt die Veranstaltung aus. Es gibt diesmal ein Radshirt als Erinnerung.

    Die Veranstaltung hat mir gefallen, ist gut organisiert und für geübte Brevetfahrer problemlos machbar. Rückblickend würde ich sagen, dass das 200km Brevet dieser Serie um den Gardasee, bisher die schönste und empfehlenswerteste Veranstaltung ist. Ende Mai fehlt zur Komplettierung dieser Brevetserie aus Verona noch das sechshunderter Brevet, welches großräumig über Cortina die Dolomiten streift und über die Eurovelo Fernradroute Nr 8 entlang der A22 wieder zurück nach Verona führt. Anschließend ist die Qualifizierung für Paris-Brest-Paris, welches im August stattfindet, geschaft und es beginnen mit Juni endlich meine geliebten Brevets im Hochgebirge Norditaliens.

  • Dolomiten 600km 25-26/05/2019

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